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Wer macht den ersten Schritt? – Active Sourcing als Instrument des Recruitings

Früher ging die erste Kontaktaufnahme im Bewerbungsprozess in den allermeisten Fällen vom Bewerber aus. Gelegentlich sprachen auch Headhunter gezielt Wunschkandidaten an – aber fast nur bei Führungskräften. Hier gibt es heute einen Pradigmenwechsel. Unternehmen können über ganz neue Plattformen und Social-Media-Kanäle gezielt und proaktiv potenzielle Bewerber ansprechen. Active Sourcing revolutioniert das Recruiting.

 

Digitale Möglichkeiten des Active Sourcings

Viele potenzielle Mitarbeiter verfügen heute über Social-Media-Profile im professionellen Kontext. Dazu zählen etwa die deutsche Plattformen XING oder das internationaler ausgerichtete LinkedIn. Hier können Unternehmen gezielt nach bestimmten Kriterien und Fähigkeiten suchen. Auch viele Online Jobbörsen bieten Jobsuchenden die Möglichkeit, ein Profil zu hinterlegen, welches dann von Unternehmen gefunden werden kann. Die Absolventen-Plattform Absolventa wirbt mit dem Slogan „Unternehmen bewerben sich bei dir“. Absolventen stellen hier einmalig ein Bewerberprofil, das für alle registrierten Arbeitgeber sichtbar ist. Anschließend gehen die Arbeitgeber aktiv auf interessante „Bewerber“ zu.

Klassische Headhunter, die früher auf ein eigenes Netzwerk angewiesen waren, können heute diese Social-Media-Kanäle nutzen und so sehr einfach Active Sourcing für Unternehmen betreiben. Die zuvor genannten Portale bieten Headhuntern spezielle Accounts mit entsprechenden erweiterten Möglichkeiten an. Natürlich können Unternehmen Active Sourcing jedoch auch in Eigenregie betreiben.

Neben den großen Social-Media- und Job-Plattformen wachsen zahlreiche innovative Startups und Geschäftsmodelle im Bereich des eRecruiting und Active Sourcing aus dem Boden. So etwa die Plattform firstbird, die auf Weiterempfehlungen von potentiellen Kandidaten durch eigene Mitarbeiter, Alumni und Geschäftspartner basiert. Oder die App Truffls, die eine Art Tinder für Arbeitgeber darstellt. Der Bewerber wischt hierbei interessante Jobprofile nach rechts, uninteressante nach links. Unternehmen müssen ebenfalls aktiv potenzielle Bewerber auswählen. Bei einem „Match“ erfolgt die weitere Kommunikation mit Arbeitgebern direkt in der App.

 

Active Sourcing vor Ort

Gerade bei Berufseinsteigern ist es sinnvoll, „den Apfel direkt vom Baum zu pflücken“. Dafür bieten sich vor allem Veranstaltungen an Universitäten und Hochschulen an. Neben Hochschul-Jobmessen, bei denen sich zahlreiche Arbeitgeber den Studierenden präsentieren, eignen sich dafür auch Workshops und Kooperationen. Teilweise werden diese von den Universitäten, teilweise auch von studentischen Initiativen ausgerichtet. Unternehmen können sich hier einem interessierten und überdurchschnittlich engagierten Bewerberkreis präsentieren und zu weitergehenden Recruiting-Veranstaltungen einladen oder eine Bewerber-Datenbank aufbauen – etwa für einen Newsletter.

Beispielsweise veranstaltet der Konsumgüterhersteller Procter & Gamble regelmäßig Gastvorträge  an Hochschulen in Zusammenarbeit mit der studentischen Marketing-Initiative MTP. Teilnehmende Studierende erhalten einen persönlichen Betreuer im Unternehmen – meist ebenfalls ein junger Berufseinsteiger, der sie wie ein Mentor beim weiteren Bewerbungsprozess begleitet sowie einen besonderen Code, mit dem sie bei einer späteren Bewerbung entsprechend bevorzugt berücksichtigt werden können.

Auch Schüler können von Unternehmen gezielt angesprochen werden, um etwa offene Ausbildungsplätze zu besetzen. Spezialisierte Plattformen wie zum Beispiel schuelerkarriere.de oder auf das Schülermarketing spezialisierte Medien bieten den Unternehmen Zugang.

Und auch Berufserfahrene können aktiv vor Ort angesprochen werden: Etwa über regionale Jobmessen, Fachmessen und Branchenevents.

 

Active Sourcing als Erfolgsfaktor?

In einer Studie gaben 20% der befragten Unternehmen an, bereits heute rund 40% ihrer Jobkandidaten über Active Sourcing zu generieren. Neben der Menge der generierten Kontakte ist natürlich auch deren Qualität entscheidend. Deshalb darf Active Sourcing auch nicht als „Copy & Paste“-Verfahren missverstanden werden. Vielmehr muss die Ansprache durch die Unternehmen individuell auf die Jobkandidaten zugeschnitten werden um deren Response-Quote und Relevanz hoch zu halten. Hierzu sind unternehmensintern oder über externe Active Sourcer und Headhunter entsprechende Ressourcen bereitzustellen.