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Authentizität im Employer Branding

Jan Köhler • 28.03.2022 • Lesezeit: ca. 4 Minuten

Wie Sie Authentizität im Employer Branding erreichen

Jedes Unternehmen hat besondere Stärken. Das Employer Branding, also die Arbeitgebermarkenbildung, arbeitet heraus, warum der Arbeitgeber einzigartig ist. Mit dem Employer Branding zeigt das Unternehmen im Idealfall glaubwürdig und konsistent seine Werte.
In der Realität stimmen Innen- und Außenbild nicht immer überein. Wer auf Authentizität im Employer Branding verzichtet, kann sich einige Folgeprobleme einhandeln. Dazu gehören hohe Kosten für die Personalsuche, wenn Mitarbeitende enttäuscht in der Probezeit wieder kündigen. Über Bewertungsplattformen für Arbeitgeber:innen wie kununu oder Glassdoor können Kandidat:innen ihre Erfahrung öffentlich sichtbar machen. Dies kann der Reputation auch dann schon schaden, wenn Bewerbende oder ehemalige Mitarbeitende sich nur frustriert auf ihren Social-Media-Kanälen äußern.


Gewinnen Sie mit Ihrer authentischen Arbeitgebermarke starke Talente

Daher sollten Unternehmen zunächst ihre Unternehmenskultur auf den Prüfstand stellen und die Art, wie in der Organisation kommuniziert wird. Haben die Mitarbeitenden tatsächlich ein Mitspracherecht und wird eine moderne Fehlerkultur gelebt? Wie divers und inklusiv ist der Arbeitgeber im Unternehmensalltag und wie flexibel und fair sind die Arbeitsbedingungen wirklich?

Zeigen die Antworten auf diese Fragen ein modernes, soziales und innovatives Unternehmen, kann eine starke Arbeitgebermarke entwickelt werden.

Mit internen Brand Ambassadors glaubwürdig kommunizieren

Mit einem schnellen Wachstum, der internationalen Vernetzung oder einer eindrucksvollen Persönlichkeit als CEO können Unternehmen punkten. Ähnlich wichtig und attraktiv ist jedoch die familiäre Atmosphäre bei einem Mittelständler. Dort sind manche Prozesse flexibler, sodass es eine größere Auswahl an Arbeitszeitmodellen geben kann als in einem Konzern.

Sorgen Sie für Authentizität, indem Sie einen Blick hinter die Kulissen Ihres Unternehmens ermöglichen. Dazu sind die Stimmen der Mitarbeitenden gefragt. Erzählt nur die Personalleiterin oder der Chef des Controllings, wie gerne sie in dem Betrieb arbeiten, reicht das nicht aus. Die Menschen möchten auf Augenhöhe angesprochen werden. Dafür sollten Mitarbeitende aller Hierarchieebenen und Funktionen auf individuelle Weise ihre Stimme erheben. Wer am liebsten spricht, aber sich ungern zeigt, kann in einem Podcast interviewt werden. Schreiben Mitarbeitende gerne, können sie einen Blogbeitrag texten, und wer besonders extrovertiert ist, kann sich für das erste TikTok-Video melden.

Formulieren Sie eine Social Media Guideline mit freundlicher Tonalität und wo es passt, mit Humor. Machen Sie auf rechtliche Fallstricke aufmerksam, ohne den Menschen die Lust an Social Media zu nehmen. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ein Profil in XING oder LinkedIn anzulegen. Sind Mitarbeitende in den Businessnetzwerken ansprechbar, werden sie zu authentischen Botschafter:innen des Unternehmens. Bestärken Sie Ihre Mitarbeitenden darin, etwas aus ihrem Arbeitsalltag zu teilen.

Storytelling in Bild und Ton

Das Employer Branding braucht ein attraktives Storytelling. In Social Media können Geschichten auf unterschiedliche Weise erzählt werden. Sie lassen sich in Texte, Bilder oder Infografiken übertragen. Storys und kurze Videos auf TikTok oder Instagram-Reels bzw. Shorts (YouTube) eignen sich ebenfalls gut. Dabei braucht ein KMU keine Bewegtbilder im Netflix-Stil. Der Film sollte authentisch die besondere Atmosphäre und Unternehmenskultur transportieren. Humor und etwas Selbstironie schaden dabei nicht, wie das Beispiel der Volksbank Mittelhessen zeigt. Das Finanzinstitut gehört zu den Arbeitgebern, die frühzeitig TikTok für sich entdeckt haben. Auf ihrem Kanal @vbmittelhessen versuchen sie, das verstaubte Bankenimage loszuwerden. Der Erfolg gibt ihnen recht: schon über 41.000 Menschen folgen den humorvollen Finanzprofis auf TikTok. Darunter sind auch junge Leute, die vor der Frage stehen, für welche Ausbildung sie sich entscheiden sollen.

Das Klinikum Dortmund hat auf TikTok sogar doppelt so viele Fans wie die Volksbank. Das Krankenhaus tut gut daran, sich auf einer Plattform wie TikTok zu tummeln. Im Bereich Pflege werden ständig Mitarbeitende und Auszubildende gesucht. Um die Berufe bekannter und anschaulicher zu machen, eignet sich die Video-Plattform hervorragend.

Authentizität braucht eine klare Strategie!

Der erste Schritt auf dem Weg zum erfolgreichen Employer Branding ist eine kluge Social-Media-Strategie. Sie analysiert, welche Kanäle bieten, was das Unternehmen will und kann. Diese sollten zugleich Orte sein, an denen sich Bewerbende tummeln. Dabei gilt es auch die Frage zu klären, ob Sie genügend interne Ressourcen und Ihre Kolleg:innen die nötige Expertise haben. Falls nicht, brauchen Sie ein Budget für externe Unterstützung. Die einmal getroffene Entscheidung muss dabei regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden. Erfolgskontrolle und Monitoring sind unerlässlich – wie auch der Blick auf neue Plattformen und Funktionen.

Sehr wichtig sind die Prozesse rund um das Employer Branding. Der nachhaltige Aufbau der Arbeitgebermarke kann nur im gelungenen Zusammenspiel der internen Stakeholder funktionieren. Daher sollte die Personalabteilung, das (Social Media) Marketing und die Kommunikation eingespielte Schnittstellen haben und sich regelmäßig abstimmen. Auch der Draht zur Geschäftsführung sollte kurz sein – und ein häufiger Austausch gewährleistet. Im Idealfall sind die Mitglieder der Geschäftsführung mit Social Media vertraut und gehen begeistert und mutig voran. Dann ist es meist auch keine Schwierigkeit, die Employee Advocacy voranzutreiben. Damit ist jener Teil des Employer Branding gemeint, der die Mitarbeitenden in die Aktivitäten einbezieht.

Employer Branding in den stimmigen Gesamtauftritt einbinden

Das durchdachte Employer Branding sollte durch eine gute Candidate Experience ergänzt werden. Verzichten Sie auf langwierige Onlineformulare und sorgen Sie für effiziente Prozesse, damit die Bewerbenden auf ihre Bewerbung und nach ihrem Bewerbungsgespräch schnell Feedback bekommen.

Ein weiterer Baustein ist das Verhalten des Unternehmens, falls die Bewerbenden Kritik üben. Reagieren Sie sachlich, professionell und authentisch, wenn Sie über einen Social-Media-Kanal oder eine Bewertungsplattform angesprochen werden. Ermöglichen Sie den persönlichen Kontakt am Telefon.

Das strategische Employer Branding mit Fokus auf Authentizität kann die Zahl und Qualität der Bewerbungen erhöhen. Durch die stärkere Identifikation der Mitarbeitenden mit ihrem Arbeitgeber kann die höhere Loyalität auch die Fluktuationsrate senken. Selbst Mittelständler mit kleinem Budget können so eine starke Arbeitgebermarke aufbauen.

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