Mensch versus Maschine

Während die Unternehmen in den höchsten Tönen von Industrie 4.0 schwärmen, betrachten die Arbeitnehmer die damit verbundenen, technologischen Entwicklungen mit gemischten Gefühlen. Jeder zweite Deutsche ist skeptisch, wie die Studie »Workforce of the future: the competing forces shaping 2030« von PricewaterhouseCoopers belegt.

In ihrer groß angelegten, internationalen Studie haben die Unternehmensberater von PwC mehr als 10.000 Arbeitnehmer aus China, Deutschland, Großbritannien, Indien und den USA befragt. 74 Prozent der Befragten sind durchaus bereit, die Ärmel hochzukrempeln. Sie wollen sich weiterbilden oder sogar komplett neue Fähigkeiten aneignen, um den Job nicht zu verlieren.

Dabei gibt es in der Grundhaltung deutliche nationale und kulturelle Unterschiede. 88 Prozent der Inder und 78 Prozent der US-Amerikaner sind sicher, dass die neuen Technologien ihre Arbeitswelt verbessern werden. 52 Prozent der Deutschen hingegen sind überzeugt, dass das Gegenteil der Fall sein wird.

 

Der Mensch bleibt unersetzlich

Die Zeiten, in denen man einen Beruf erlernte und diesen ein Leben lang ausführte, sind offensichtlich vorbei. 60 Prozent aller Befragten glauben nicht mehr an langfristige Arbeitsverhältnisse. Andererseits sind 73 Prozent zuversichtlich, dass der Mensch unersetzlich bleiben wird.

Wie sich das in Zukunft auswirken könnte, hat PwC in vier Utopien dargestellt, die gar nicht mal so weit hergeholt wirken. Angesichts der aktuellen Diskussionen um autonomes Fahren ist es durchaus vorstellbar, dass Taxi-Unternehmen im Jahr 2021 eine »Human driver, please!«-Option anbieten. Sehr naheliegend scheint auch das Szenario, dass im Jahr 2030 ein »Made by me«-Siegel verliehen werden könnte, welches Produkte kennzeichnet, an deren Herstellung keine Maschine beteiligt war.

 

Weiterbildung aus Angst vor Jobverlust

Welches der vier Zukunftsszenarien von PwC am ehesten eintreffen wird, steht in den Sternen. Sicher ist nur, dass Digitalisierung und künstliche Intelligenz eine entscheidende Rolle spielen werden. Das Risiko, durch Automatisation überflüssig zu werden, ist gegeben. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter davor bewahren wollen, werden dafür Sorge tragen müssen, dass diese sich weiter  qualifizieren können. Die Chancen auf Fort- und Weiterbildung werden in Zukunft wohl ein schlagkräftiges Argument im »War of Talents« sein.