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Mitarbeiterbindung: Von Babyboomern bis Gen Z – jede Generation tickt anders

Jan Köhler • 06.07.2022 • Lesezeit: ca. 4 Minuten

Verschiedene Generationen am Arbeitsplatz

Gehören Sie zu den Babyboomern oder schon zu einer der viel zitierten Generationen X, Y und Z? Haben Sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schon einmal in diese Cluster eingeordnet? Die Erwartungen an Arbeitgeber variiert je nach Generation stark – entsprechend auch die Maßnahmen, um die Arbeitnehmenden möglichst lange ans Unternehmen zu binden.

 


Überblick über 64 Jahre Generationsgeschichte

Die Einordnung von Menschen in Generationen stammt aus der Soziokultur. Die Einteilung von Frauen und Männer nach ihren Geburtsjahrgängen ist mittlerweile gängige Praxis, mit den Begriffen Babyboomers oder Millennials kann fast jeder und jede etwas anfangen. Jede Generation hat unterschiedliche Bedürfnisse, Charaktereigenschaften und Gedanken. Im Marketing machen sich Fachleute diese ebenso zunutze, wie im Personalwesen. Für den Arbeitsmarkt relevant sind aktuell vier Generationen:

  • Babyboomers: Geburtsjahrgänge 1946 – 1964
  • Generation X: 1965 – 1980
  • Generation Y: 1981 – 1995
  • Generation Z: 1996 – 2010

Die der Generation Z folgende hat ebenfalls bereits ihre Taufe hinter sich: Menschen ab Geburtsjahr 2011 werden als „Generation Alpha“ bezeichnet. Diese werden aber erst in einigen Jahren für den Arbeitsmarkt relevant.

Mitarbeiterbindung ist Pflicht

Losgelöst von der Generation, der ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin zugeordnet wird, ist die Kenntnis über die Bedürfnisse und Eigenschaften wichtig. Schließlich verschaffen Sie sich als Arbeitgeber so einen „Wissensvorteil“ und können Maßnahmen punktgenau ausrichten und umsetzen.

Maßnahmen meinen in diesem Zusammenhang sämtliche Anstrengungen rund um Mitarbeiterbindung. Diese ist heute wichtiger denn je: Aus einem Arbeitgebermarkt, in dem Unternehmen und Organisationen aus dutzenden und hunderten Bewerbungen ihre Wunschkandidaten auswählen konnten, ist längst ein Arbeitnehmermarkt geworden.

Erhebungen des Statistischen Bundesamts zeigen, dass beispielsweise zwischen 1997 und 2017 der Anteil der unter 20-Jährigen auf dem Arbeitsmarkt um rund fünf Prozent gesunken ist. Als wäre das aus Sicht von Arbeitgeberverbänden nicht erschütternd genug: Auch in der Gruppe der 20-40-Jährigen sank der Anteil um besagte fünf Prozent.

Erschwerend dazu kommt die Tendenz, dass Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen immer weniger lange einem Unternehmen treu bleiben. Was heute beinahe unvorstellbar ist, war bis vor zwanzig oder dreißig Jahren nicht unüblich: Eine Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Beziehung über 40 bis 50 Jahre, von der Ausbildung bis zur Rente. Umso wichtiger wird also die Bindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Doch nicht alle erwarten das Gleiche – jede Generation tickt anders.

Babyboomer: Analog ist Trumpf

Die Generation der Babyboomer ist geprägt vom Wohlstand der Nachkriegszeit – und bald, zumindest nach der gängigen Annahme eines Arbeitslebens, geschlossen in Rente. Frauen und Männer dieser Generation sind die letzten, die gänzlich ohne die digitalen Möglichkeiten aufgewachsen sind, die Gen Z & Co.

In der Bindung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dieser Generation ist der persönliche Kontakt Trumpf. Nehmen Sie den Kontakt am besten in einem persönlichen Gespräch unter vier Augen oder zumindest am Telefon auf.

Gleichzeitig sind Babyboomers harmonisch und streben nach einem gegenseitigen Verständnis für die Sache. Nehmen Sie sich also Zeit für Erklärungen, Meetings und Gespräche. E-Mails sind beispielsweise ein nicht wegzudenkender Kanal, sollten jedoch nur ergänzend eingesetzt werden.

Ein Beispiel: Benefits, die ausschließlich per Mail oder sogar nur im Teams-Kanal kommuniziert werden, erreichen Babyboomers womöglich. Effizienter und direkter wäre jedoch eine kurze, gemeinsame Mitarbeiterversammlung, an der die Angebote vorgestellt werden und auf Fragen eingegangen wird.

Generation X: Sozial und anspruchsvoll

Eine Gemeinsamkeit hat die Generation X mit den Babyboomern: Die in den 60er- und 70er-Jahren geborenen Arbeitskräfte sind ebenfalls Anhänger persönlicher Kontakte und Beziehungen. Im Sinne der Mitarbeiterbindung ist es wichtig, dieser Generation Weiterbildungen zu ermöglichen, ihr Fachwissen weiter auszubauen und zu stärken sowie auch eigenverantwortliches Arbeiten zu ermöglichen.

Die Generation X ist heute zwischen 40 und 55 Jahren alt, hat also bereits reichlich Berufserfahrung gesammelt. Dennoch reift in vielen der Wunsch, sich noch mindestens einmal beruflich zu verändern. Schaffen Sie also auch interne Angebote zur Weiterentwicklung und Veränderung. Auch die Förderung der Verbindungen innerhalb des Teams und verschiedener Generationen ist diesen Arbeitnehmenden wichtig.

Generation Y: Selbstverwirklichung im Mittelpunkt

Während die Generation X noch mehr der analogen Welt zugewandt ist, folgt mit der Generation Y die Erste, die mit den technologischen Möglichkeiten des zu Ende gehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts aufgewachsen ist.

Männer und Frauen dieser Generationen wollen erleben, Mitspracherecht in entscheidenden Fragen und bei wichtigen Entscheidungen. Am liebsten verwirklichen sie sich selbst und werden eher gerne gecoacht als belehrt.

Die Buchstabenbezeichnung „Y“ kommt nicht von ungefähr. Die noch vollständig im letzten Jahrhundert Geborenen werden gerne auch „Generation Why“ bezeichnet. Sie hinterfragen alles, auch Hierarchien – gleichzeitig sind sie nicht mehr so stark ans Büro gebunden wie ihre Vorgängergenerationen.

Das führt in der Mitarbeiterbindung dazu, dass die Work-Life-Balance in den Mittelpunkt rückt. Wichtiger als Gehalt und ein schicker Arbeitsplatz sind Fragen wie: Stimmt die Chemie im Team? Wie weit liegen Büro und Arbeitsstätte auseinander? Gibt es Raum für persönliche Weiterentwicklung? Bleibt neben der Arbeit ausreichend Zeit für Hobbys und Familie?

Generation Z: Digital Natives

Die Generation Y zählt bereits zu den „Digital Natives“, nicht alle Angehörigen der Gruppe sind jedoch intensiv mit den Möglichkeiten der digitalen Welt aufgewachsen. Anders verhält es sich bei der Nachfolgegeneration: Die „Gen Z“ kennt mit Geburtsjahrgängen ab 1996 ausschließlich eine vollständig digitalisierte Welt.

Dadurch werden WhatsApp, Blogs & Co. und das digitale Ich zu einer Selbstverständlichkeit. Gleichzeitig stehen Arbeitgeber nicht mehr an oberster Stelle – schließlich gibt es in einer globalisierten Welt dutzende Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Spaß und Freiheit stehen an erster Stelle.

Am liebsten arbeiten der Generation Z zugehörige Arbeitnehmende komplett flexibel, hybride Arbeitsplatzkonzepte und eine ausgewogene Work-Life-Balance sind wichtige Argumente. Und: Die reine Aussicht auf Personalverantwortung und Führungspositionen verleitet längst nicht zur Bereitschaft für unbezahlte Überstunden und hemmungslose Hingabe für den Arbeitgeber. Wichtiger sind Rücksichtnahme auf das Privatleben und maximale Flexibilität.

Mitarbeiterbindung neu gedacht

Ein Querschnitt durch die vier die aktuelle Arbeitswelt dominierenden Generationen zeigt deutlich: Die Unterschiede könnten vor allem zwischen Babyboomers und Generation Z kaum größer sein. Personalverantwortliche stellt das in einer diversen Belegschaft vor die anspruchsvolle Herausforderung, im Umgang miteinander und mit Benefits & Co. alle gleichermaßen zu erreichen und lange ans Unternehmen zu binden.

Wenn Sie bei all den verschiedenen Merkmalen und Generationen den Überblick verloren haben: Keine Sorge, wir von Köhler Kommunikation unterstützen Sie gerne bei allen Fragen rund um internes Employer Branding. Wir sind gespannt, welche Generation bei Ihnen dominiert und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

© iStock.com/jacoblund

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