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So steigern Sie die Mitarbeitermotivation

Jan Köhler • 04.10.2022 • Lesezeit: ca. 5 Minuten

Mitarbeitermotivation

Wann haben Sie sich das letzte Mal nach dem Wohlergehen Ihrer Mitarbeitenden oder Kollegen erkundigt? Und gibt es in Ihrem Unternehmen zielgerichtete Maßnahmen, die auf die Motivation der Angestellten abzielen?

Keine Lust, aufzustehen, Projekte vor sich herschieben, viele Krankheitstage: Unmotivierte Mitarbeitende sind nicht nur für jedes Unternehmen mehr Last als Segen. Gleichzeitig kann sich dadurch auch für jeden Einzelnen und jede Einzelne eine psychische Belastung entwickeln, die alarmieren sollte. Aus Sicht der Unternehmen ist es daher wichtig, sich um das Befinden der Angestellten zu kümmern.

 


Employee Wellbeing im Zentrum der Mitarbeitermotivation

Rund um die Uhrzeit motivierte Mitarbeitende sind der Traum jedes Unternehmens. Morgens überpünktlich im Büro, vor neuen Ideen sprudelnd, zu 100 Prozent mit dem Unternehmen identifiziert und rund um die Uhr erreichbar – gibt es das in der Praxis?

Ja, das gibt es. Es ist allerdings für Unternehmen ein weiter Weg hin zur motivierten Belegschaft. Dabei geht es nicht um das Einfordern der richtigen Einstellung, sondern dem Schaffen einer Umgebung, in der sich alle Mitarbeitenden entfalten können und bestenfalls intrinsisch, also aus eigenem Antrieb, motiviert sind. Es ist nicht verwerflich, auch extrinsisch zu motivieren – beispielsweise durch Anreize wie Gehaltsboni, Belohnungen oder mehr Freizeit.

Die Grundvoraussetzung für motivierte Angestellte: Zufriedenheit und Wohlergehen. Wer sich in seinem Berufsalltag nicht wohlfühlt, wird nie bis an die Haarspitzen motiviert seiner Arbeit nachgehen. In der HR-Welt hat sich zur Beschreibung dieses Umstands der Begriff „Employee Wellbeing“ etabliert.

In der Theorie umfasst dieser Betrachtungswinkel auf Mitarbeitende deren mentale, emotionale und psychische Gesundheit. Es ist also mehr als der reine Gemütszustand, Employee Wellbeing geht tiefer und wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen harte wie das Gehalt oder die Arbeitszeiten, aber vor allem weiche wie der Umgang untereinander, Kommunikation und eine angemessene Work-Life-Balance.

Bezogen auf die Mitarbeitermotivation bildet Employee Wellbeing die Grundlage und steht dadurch im Zentrum, wenn Sie sich damit beschäftigen, wie Sie Mitarbeitende und Kollegen motivieren. Ohne Wohlbefinden keine Motivation – die Formel ist einfach.

Darum sind gesunde und motivierte Mitarbeitende wichtig

Doch ist das nur eine weit verbreitete Annahme oder auch empirisch belegt? Zweiteres ist der Fall. Es gibt dutzende Studien, die untermauern, dass zufriedene und glückliche Mitarbeitende produktiver arbeiten und motivierter sind. Laut einer Untersuchung der University of Oxford aus dem Jahr 2019 sind glückliche Angestellte rund 13 Prozent produktiver als solche, die in ihrem Job nicht zufrieden sind.

Dass die Wichtigkeit von Zufriedenheit, angenehmem Arbeitsklima und Work-Life-Balance gegenüber harten Faktoren wie dem Gehalt zunimmt, ist vor allem in der jüngeren Arbeitsgeneration spürbar. Die Gen Z, also die Geburtenjahrgänge 1995 bis 2009, legt darauf besonderen Wert. Genauer gesagt sind es 39 Prozent dieser Generation, die die Work-Life-Balance als ausschlaggebenden Punkt bei der Auswahl ihres Arbeitgebers angeben.

Das sind nur zwei Zahlen, die die Wichtigkeit von gesunden und glücklichen Mitarbeitenden untermauern – vor allem bezogen auf die Zukunft, wenn Generationen nachrücken, für die das noch wichtiger als für ältere Arbeitsgenerationen ist.

So messen Sie Motivation und Employee Wellbeing

Glücklich und zufrieden sein, führt zu einer hohen Motivation. Diese weichen Faktoren und Benefits sind wie beispielsweise auch das Gehalt messbar. Zugegeben: Die Zahlen sind weniger deutlich und lassen mehr Raum für Interpretation. Sie können allerdings so herausfinden, wie es Angestellten ergeht, sich deren Wohlbefinden entwickelt und sich auf die Motivation auswirkt.

Dafür gibt es unter anderem folgende Kennzahlen und Möglichkeiten:

  • Krankheitstage: Liegen die Krankheitstage deutlich über dem Durchschnitt (2019: 10,9 Tage), könnte das ein Zeichen für zu viel Stress oder Unzufriedenheit sein.
  • Fluktuation: Gleiches gilt für die Fluktuationsrate – vergleichen Sie hier auch die Entwicklung mit der Vergangenheit. Springen plötzlich viele Angestellte ab, scheint etwas im Argen zu liegen. 
  • Mitarbeiterbefragungen: Werden Sie selbst aktiv und fragen Sie nach, wie es Mitarbeitenden ergeht, wo es Probleme gibt und wie Sie diese lösen können. Gerade bei den Befragungen innerhalb der Belegschaft kann durch eine Regelmäßigkeit eine Art Index erarbeitet werden, an dem deutlich wird, wie sich bestimmte Aspekte wie das Wohlbefinden oder die Motivation entwickeln.

5 Tipps, wie Sie die Mitarbeitermotivation steigern

Motivation kann nicht verlangt werden, sie entwickelt sich durch ein ansprechendes Arbeitsumfeld. Wir stellen Ihnen fünf konkrete Tipps vor, die zu einer Steigerung von Employer Wellbeing beitragen – und damit den Grundstein dafür legen, dass Ihre Mitarbeitenden und Kollegen gerne zur Arbeit kommen und motiviert ans Werk gehen.

Tipp 1: Lob, Anerkennung und Feedback aussprechen

Arbeit sollte mehr als nur Dienst nach Vorschrift und eine reine Erfüllung des schwarz auf weiß im Arbeitsvertrag Festgehaltenen sein. Dazu braucht es nicht nur kompetente Mitarbeitende, die ihre Aufgaben zuverlässig erledigen – es braucht auch Vorgesetzte und Führungskräfte, die Lob und Anerkennung aussprechen. Wertschätzung zu zeigen, ist eines der Kernelemente eines modernen und empathischen Führungsstils.

Grundsätzlich gilt: Regelmäßiges Feedback – auch konstruktiv formulierte Kritik – ist wichtig. Im positiven Fall spornt es an und motiviert, bei angemessener Kritik lernen Mitarbeitende dazu.

Tipp 2: Weiterbildung ermöglichen und Stärken fördern

Viele Angestellte verbringen nicht mehr ihr ganzes Arbeitsleben im gleichen Unternehmen. Oft fehlt nach einigen Jahren der Reiz, die persönliche Veränderung und Weiterentwicklung steht im Vordergrund.

Um dem entgegenzuwirken und die Entwicklung im gleichen Unternehmen zu fördern, sind Möglichkeiten zu stetem Lernen und Weiterbilden nötig. Ermöglichen Sie Mitarbeitenden Coachings, Seminare, Lehrgänge und Weiterbildungen. Fördern Sie so deren Stärken oder entwickeln Sie neue – das führt zu einer Win-win-Situation.

Tipp 3: Fehlerkultur etablieren

Hierarchische Führungsstile, bei denen Fehler mit Missachtung bestraft werden, gehören der Vergangenheit an. In einer modernen Unternehmenskultur sollte eine positive Fehlerkultur etabliert werden.

Fehler sind in Ordnung und dürfen gemacht werden. Ermutigen Sie Angestellte und Kollegen dazu, Dinge auszuprobieren und neue Wege zu gehen, auch wenn diese sich hier und da als holprig darstellen und vielleicht einmal falsch abgebogen wird. Wer Fehler macht, lernt daraus – und ist motiviert, beim nächsten Mal den richtigen Weg noch schneller zu gehen.

Tipp 4: Transparente und ehrliche Kommunikation

Eines haben alle drei bisher vorgestellten Tipps gemeinsam: Sie sind nur dann möglich, wenn innerhalb des Unternehmens zwischen und auf allen Ebenen transparent und ehrlich kommuniziert wird. Keine Geheimnisse, keine Klüngeleien, keine Abfälligkeiten. Das gilt für alle untereinander und auch „top down“, also von Führungskräften in Richtung ihrer Angestellten.

Ermutigen Sie dabei auch, konstruktive Kritik zu äußern und Verbesserungsvorschläge einzubringen. So wächst ein Unternehmen als Ganzes durch den Input aller Ebenen und Mitarbeitende motiviert es, dass ihre Stimmen gehört werden.

Tipp 5: Attraktive Rahmenbedingungen schaffen

Ähnlich wie die Kommunikation sind auch die Rahmenbedingungen im Alltag als Basis entscheidend. Wie ist der Arbeitsplatz gestaltet? Ist das Gehalt angemessen? Gibt es flexible Arbeitszeiten oder zumindest Spielraum, wenn Akutes ansteht?

Ein Beispiel: Wer Leistung bringen soll und dafür entsprechend leistungsstarke Soft- und Hardware benötigt, sollte sie auch bekommen. Sich ständig mit Anträgen oder Argumentationen herumzuschlagen, warum beispielsweise ein Diensthandy oder eine bestimmte Software nötig sind, ist nicht gerade motivationsfördernd.

Mitarbeitermotivation als Erfolgspfeiler

Neben diesen fünf Tipps gibt es weitere Ansätze und Strategien, wie Sie die Mitarbeitermotivation steigern können. Dabei steht und fällt alles mit dem Employee Wellbeing.

Wie wäre es beispielsweise mit Teamevents abseits des Arbeitsplatzes, Boni für besondere Leistungen oder Benefits wie kostenlosem Obst und einer Getränkeflatrate? Es gibt dutzende Möglichkeiten, die Sie ergreifen können, um den Grundstein für eine motivierte Belegschaft zu legen. Diese sind Teil Ihrer übergreifenden Employer Branding-Strategie.

Benötigen Sie Unterstützung dabei? Wir von Köhler Kommunikation helfen Ihnen gerne, das bestmögliche Arbeitsumfeld für Ihre Mitarbeitenden zu schaffen – und sind dabei top motiviert. Versprochen!

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