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Flexible Zeiten und hybrides Arbeiten: New Work auf dem Vormarsch

Jan Köhler • 21.06.2022 • Lesezeit: ca. 4 Minuten

Spätestens seit der Corona-Pandemie gehört „New Work“ zum gängigen Wortschatz eines jeden Personalverantwortlichen. Doch was versteht man unter New Work eigentlich genau? Bereits in den 1970er-Jahren prägt der österreichisch-amerikanische Philosoph Frithjof Bergmann den Begriff „New Work“. Heute beschreibt das den strukturellen und maßgeblich von der Digitalisierung und Globalisierung geprägten Wandel unseres Arbeitsalltags.


Megatrend New Work: Wie verändert sich das tägliche Arbeiten?

New Work ist eine weitreichende Umschreibung für den übergeordneten Wandel der Arbeitswelt. Im Kleinen umfasst der Begriff zahlreiche Ansätze, Entwicklungen und Methoden, die das Zusammenarbeiten verändern. Das gilt sowohl für interne wie externe Abläufe, für Arbeitgeber und Mitarbeitende, für große und kleine Unternehmen.

Primär fallen in diesem Zusammenhang Schlagworte wie hybrides Arbeiten, Remote Work, flexible Arbeitsmodelle, Flex Desk-Konzept, agile Teams und agiles Projektmanagement. Aber auch weiche Faktoren wie flache Hierarchien, interdisziplinäres beziehungsweise abteilungs- und organisationsübergreifendes Arbeiten und der Einsatz moderner Technologien zählen dazu.

All diese Aspekte vermischen sich im Berufsalltag zu einer Tages- und Arbeitsgestaltung, die sich maßgeblich zu der vor 30, 50 oder 100 Jahren unterscheidet. Maßgeblicher und erster Treiber dieser Entwicklung ist die Globalisierung, dicht gefolgt und größtenteils Hand in Hand mit dem digitalen Wandel.

Ebenfalls ein Aspekt von New Work: Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen binden sich im Schnitt deutlich weniger lange an einen Arbeitgeber und wechseln häufiger ihren Job. Auch berufliche Neuorientierungen gehören mehr zur Tagesordnung als das noch früher der Fall war. Selbst die seit den 1960er-Jahren etablierte Fünf-Tage-Woche mit Arbeitszeiten von Montag bis Freitag ist nicht mehr in Stein gemeißelt. Das Stichwort: Flexible Arbeitszeiten.

Gleitzeit, Vier-Tage-Woche und die volle Flexibilität

Die Flexibilität bei der Arbeitszeit im Sinne von New Work kann sich in verschiedensten Ausführungen äußern. Gerade in Handwerksbetrieben oder der Industrie finden sich oft noch klassische Arbeitszeitmodelle. 40-Stunden-Woche, Arbeiten von Montag bis Freitag, Drei-Schicht-System oder 9-to-5-Job: Viele der jahrzehntelangen Standards verlieren immer mehr an „Marktanteil“: Die Bandbreite der Zeitmodelle ist variantenreich. Die wohl bekannteste Entwicklung ist die Abkehr von starrem Arbeitsbeginn und -ende. Schon länger im Trend liegen Gleitzeitmodelle, bei denen sich Angestellte in Korridoren bewegen können und lediglich zu einer Kernarbeitszeit anwesend sein müssen.

Neue Modelle gehen deutlich weiter. Gerade in jungen Unternehmen ist Vertrauens- oder Funktionsarbeitszeit beliebt. Beide Ansätze basieren auf dem Gedanken, dass Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden eine gewisse Freiheit in Bezug auf die Arbeitszeit einräumen. Wichtig ist, dass alle anfallenden Arbeiten fristgerecht erledigt werden.

Aktuell noch selten, aber ebenfalls auf dem Vormarsch: Die Abkehr von der Fünf-Tage-Woche. In mehreren europäischen Ländern, darunter Island und Spanien, gab es bereits zahlreiche Studien und reale Testzeiträume, in denen Angestellte nur noch vier Tage pro Woche bei gleicher oder verkürzter Tagesarbeitszeit arbeiten. Seit 2021 ist ein ähnliches Modell in Belgien gesetzlich beschlossen. In Deutschland gibt es in vereinzelten Bundesländern, Branchen und Unternehmen ähnliche Tendenzen.

Letztlich zeigen alle Beispiele und Entwicklungen: Es tut sich etwas. Immer mehr Unternehmen setzen auf flexible Arbeitszeitmodelle. Gleichzeitig wird der anfallende Workload nicht mehr nur im Büro oder der Firma erledigt.

Hybride Arbeitsmodelle: Egal, ob am Strand oder im Großraumbüro

Arbeiten Sie bereits hybrid? Als hybride Arbeitsmodelle werden Konzepte bezeichnet, die klassisches Arbeiten in Präsenz und Remote Work vereinen. Das gilt sowohl für den räumlichen als auch den organisatorischen Aspekt.

Will heißen: Mitarbeitenden werden Freiräume ermöglicht, ihnen wird freigestellt, wann sie welche Arbeiten wo erledigen. Remote Work ist nicht zwingend Homeoffice, sondern kann auch in einem Co-Working-Space, unterwegs im Café oder bei einer Geschäftspartnerin bzw. einem -partner vor Ort sein.

Hybridität gilt dann nicht nur für die Angestellten, sondern auch für die Teams, in denen sie eingesetzt sind. Meetings finden stellenweise gleichermaßen analog wie hybrid statt, Teams müssen hybrid funktionieren. Dafür ist nicht nur Flexibilität, sondern auch eine technische Grundausstattung nötig. Dazu zählen oft auch sogenannte „Flex Desk“-Konzepte – es gibt in einem Büro in dieser Konstellation keine festen Arbeitsplätze mehr. Jeder Mitarbeiter, jede Mitarbeiterin sucht sich an den Tagen im Büro einen freien Arbeitsplatz aus, das bietet in Kombination mit flexiblen Arbeitszeiten die größtmögliche Flexibilität.

Solche Arbeitsmodelle werden immer beliebter. Sie ermöglichen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern mehr Work-Life-Balance – verschiedene Studien zeigen, dass die Produktivität in Unternehmen steigt und Mitarbeitende zufriedener sind. Kein Wunder: Wer hybrid arbeiten kann, vereint Privat- und Berufsleben leichter als mit starren Arbeits- und vor allem Anwesenheitszeiten.

New Work: Die Rahmenbedingungen müssen stimmen

Mit der wichtigste Faktor von New Work ist der menschliche und organisatorische. Ohne das Verinnerlichen neuer Arbeitsmodelle und -konzepte und das Vorleben durch die Führungsebene – wenn es sie noch gibt – funktioniert New Work nicht.

Angemessener Führungsstil und agile Arbeitsweisen gehören genauso wie faire Arbeitsbedingungen, Weiterbildungsangebote und attraktive Benefits zum strukturellen Wandel der Arbeitswelt. Unternehmen, die sich darauf einlassen und eine moderne Unternehmenskultur etablieren, können damit vor allem bei jüngeren Generationen punkten.

Nicht immer sind diese strategischen Fragen und Themen im stressigen Alltag greifbar. Wenn Sie Unterstützung rund um Ihr internes Employer Branding benötigen, sind wir von Köhler Kommunikation Ihre Experten und Expertinnen. Egal, ob Sie sich von zu Hause, vom Strand, digital oder analog, vom Flex Desk oder ihrem eigenen Büro aus melden. Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme!

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